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Golo Mann: „Immer hat Geschichte zwei Komponenten: das, was geschehen ist, und den, der das Geschehene von seinem Orte in der Zeit sieht und zu verstehen sucht. Nicht nur korrigieren neue sachliche Erkenntnisse die alten; der Erkennende selber wandelt sich. Die Vergangenheit lebt; sie schwankt im Lichte neuer Erfahrungen und Fragestellungen.“
1966 Jeder Fußballfreund kennt wohl die Geschichte vom legendären Duell mit dem berühmtesten Phantomtor der Fußballgeschichte. Im Finale der Fußball-WM 1966 gewinnt England nach Verlängerung mit 4:2 gegen die Mannschaft von Kapitän Uwe Seeler. In der Verlängerung passiert jene Situation, die als „Wembley-Tor“ bekannt wird: In der 101. Minute schießt Geoff Hurst den Ball gegen die Latte, von der der Ball auf die Torlinie prallt und mit Effet vom Tor wegspringt. Auf Wink des russischen Linienrichters entscheidet der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst auf einen regulären Treffer zur 3:2 Führung. Die Proteste der deutschen Spieler nutzen nichts. Eine Videoanalyse bestätigt viele Jahre später, dass der Ball nicht im Tor war. Auch der Treffer der Engländer zum 4:2 gilt heute als irregulär, da sich zu dem Zeitpunkt schon Zuschauer auf dem Spielfeld befanden. Doch abgepfiffen wird das Spiel erst danach - und England wird zum ersten und bisher einzigen Mal Weltmeister.
2007 Der langjährige Rektor der Universität Bielefeld, Professor Karl Peter Grotemeyer, ist heute, wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag, gestorben. Mit seinen 23 Amtsjahren zwischen der Gründung der Universität 1969 und seiner Emeritierung im Jahr 1992 sei der Mathematiker der dienstälteste Hochschulrektor der Bundesrepublik gewesen. Der 1927 in Osnabrück geborene Grotemeyer war fünf Mal in das Rektorenamt wiedergewählt worden. Seiner unermüdlichen Arbeit sei es in hohem Maße zu verdanken, dass die Hochschule schnell zu einer international beachteten Lehr- und Forschungsstätte geworden sei.
2007 Der italienische Filmregisseur Michelangelo Antonioni, der mit Filmen wie "Blow Up" und "Zabriskie Point" Weltruhm erlangte, ist tot. Er stirbt zu Hause im Alter von 94 Jahren. Mit seinem Werk "Blow Up" (1966) hatte Antonioni Weltruhm erlangt. Der Streifen mit David Hemmings und Vanessa Redgrave gilt bis heute als einer der wichtigsten Filme der 60er Jahre und wurde beim Filmfestival in Cannes 1967 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Ein weiterer Höhepunkt in Antonionis Karriere war das Roadmovie "Zabriskie Point" aus dem Jahr 1970, eine Hommage an die 68er-Bewegung. Dabei brechen ein Student und eine Angestellte mitten in der Zeit der schweren Revolten kurz aus ihrem Alltagsleben aus und treffen sich in der Wüste. Jedoch misslingt diese persönliche Flucht ebenso wie die politische Bewegung. Antonioni wurde am 29. September 1912 in der mittelitalienischen Stadt Ferrara geboren und ging nach Abschluss seines Studiums zum Diplomvolkswirt an der Universität Bologna im Jahr 1939 nach Rom. Hier wollte er fortan sein Leben den Filmen widmen.
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