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Golo Mann: „Immer hat Geschichte zwei Komponenten: das, was geschehen ist, und den, der das Geschehene von seinem Orte in der Zeit sieht und zu verstehen sucht. Nicht nur korrigieren neue sachliche Erkenntnisse die alten; der Erkennende selber wandelt sich. Die Vergangenheit lebt; sie schwankt im Lichte neuer Erfahrungen und Fragestellungen.“
1891 Herman Melville, 1819-1891 --- Im Paradies gibt es zuweilen auch ein Gefängnis. Herman Melville gehört zu denen, die mit dem Knast auf Tahiti Bekanntschaft gemacht haben. Der große Sohn New Yorks entstammt guter, aber verarmter Familie, heuert 1840 als einfacher Seemann auf dem Walfänger „Acushnet" an und erlebt in den folgenden Jahren die Abenteuer, die den Rohstoff seiner Südseeromane abgeben werden. Im September 1842 steckt ihn der britische Konsul auf Tahiti wegen Arbeitsverweigerung für zwei Monate ins Gefängnis. Herman Melville entkommt, findet wieder Arbeit, der junge Mann übernimmt den lebensgefährlichen Job des Walbootführers. Nach einem Zwischenspiel als Angestellter einer Kegelbahn in der hawaiischen Hauptstadt Honolulu wird er Matrose auf einem amerikanischen Kriegsschiff. Zwei Monate in Ketten unter Palmen, diese Anekdote passt zum wohl größten Dichter Nordamerikas, der mit dem Weltroman über den weißen Pottwal bestürzend weit vorstieß in die „blackness of darkness", in die Schwärze der Finsternis. Vermutlich gibt es kaum jemanden, der nicht mit Herzklopfen den Kampf des wahnsinnigen Kapitäns Ahab mit Moby Dick in der Südsee verfolgt hätte, atemlos auf die Seitenzahlen blickend, als wären sie eine Stoppuhr. Heute nicht mehr vorstellbar: Moby Dick fiel bei der Kritik durch, Melville musste, schwer depressiv, bei der New Yorker Zollbehörde arbeiten, um seine Familie durchzubringen, 19 Jahre lang. Er starb weitgehend vergessen. Erst 1924 erschien posthum sein letzter Roman über den reinen Matrosen Billy Budd. Melville verkannt zu haben gehört zu den schwärzesten Flecken in der Geschichte der Literaturkritik.
1930 Mahatma Gandhi bricht mit 78 Männern zum sogenannten Salzmarsch auf, um in einem Akt des zivilen Ungehorsams das britische Salzmonopol zu brechen.
1938 Truppen der deutschen Wehrmacht rücken in Österreich ein.
1968 Mauritius wird von Großbritannien unabhängig.
1987 Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg erklärt das deutsche Reinheitsgebot für Bier (seit 1516) für unzulässig. Wer einmal aus Mais und Zucker gebrautes Bier genossen hat, der wendet sich mit Grauen von der EU ab.
2001 Die Buddha-Statuen von Bamiyan werden durch Taliban-Milizen auf Anordnung von Mullah Mohammed Omar gesprengt.
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Was erwarten sie denn noch? Ein Volk, das sich alkoholfreies Bier aufschwatzen lässt, das greift auch zu einer kompetenzfreien Regierung. -- Volker Pispers
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